
Fotoausstellung im Lennebergwald in Gonsenheim, Mainz 2017
Ein größerer Gegensatz scheint kaum denkbar: Mitten im Wald begegneden Besucherinnen und Besucher großformatigen Fotografien einer der bedeutendsten Stahlhütten Deutschlands — der Völklinger Hütte.
Für die fünf Mainzer Fotografen Dieter Gergen, Michael Kanitz, Peter Sikora, Andreas Wollenweber und Alfred Engler lag genau darin der Reiz ihres Projektes. Schon bei früheren Besuchen in der Völklinger Hütte fielen ihnen die überraschenden Ähnlichkeiten zwischen Industriearchitektur und Naturformen auf: Röhren erinnern an Wurzeln, Trägergeflechte an Äste, Behälter an Baumstämme und Leitungen an Blattadern. Selbst das Rostrot der Anlage findet eine Entsprechung in der Farbe der Borke heimischer Kiefern.
Die Ausstellung machte diese Analogien sichtbar. Die großformatigen Fotografien der Völklinger Hütte waren zwischen die Bäume des Lennebergwaldes gespannt und verbinden Motiv und Ausstellungsort zu einem besonderen Erfahrungsraum.
So entstand ein Dialog zwischen Industriekultur und Natur, zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Nutzung, Erinnerung und Wahrnehmung. Die Ausstellung lud dazu ein, die scheinbar gegensätzlichen Welten von Industrie und Wald neu zu betrachten.


