Rotterdam ist eine Reise wert – besonders für Fotografen, die sich für moderne Architektur interessieren
- gergen2
- 7. Juli
- 2 Min. Lesezeit

Ich habe einen Kurzurlaub mit Womo in der nähe von Rotterdam gemacht und bin mit meinem Rad nach Rotterdam gefahren und muss sagen die Stadt hat mich überrascht. Ich habe einige Städte in den Niederlanden mit Grachten, Backsteinfassaden und historische Altstädte besucht und hier eine ganz andere Seite des Landes erlebt. Rotterdam ist architektonisch modern und mutig gestaltet.
Denn nach der fast vollständigen Zerstörung der Innenstadt im Zweiten Weltkrieg musste sich Rotterdam architektonisch quasi neu erfinden. Statt die Vergangenheit einfach zu rekonstruieren, entschied man sich offensichtlich für einen anderen Weg. Ich meine für Aufbruch, Experimente und eine Architektur, die sichtbar nach vorne denkt. Heute prägen Hochhäuser, ungewöhnliche Wohnformen, Brücken, Glasfassaden das Bild der Stadt.
Besonders eindrucksvoll überraschend war für mich die Markthal mit ihrer riesigen Bogenform, den Wohnungen im oberen Bereich und dem farbgewaltigen Kunstwerk im Inneren. Auch sie ist ein gutes Beispiel dafür, wie in Rotterdam Architektur, Wohnen, Einkaufen und Kunst miteinander verbunden werden. Man steht nicht einfach in einer Markthalle, sondern tatsächlich in einem fast theatralischen Raum aus Farbe, Bewegung und urbanem Leben. Allerdings ist das Markttreiben stark von den Touristenströmen geprägt und nicht vergleichbar mit den Markhallen in Frankreich. Egal, mich hat das Bauwerk sehr beeindruckt.
Ein weiteres architektonisches Highlight sind die Kubushäuser von Piet Blom. Schon von außen wirken sie wie ein räumliches Experiment: viele gelbe Würfel, die auf einer Spitze stehen und sich zu einer Art abstraktem Stadtwald zusammenfügen. Jeder Kubus kann als einzelnes Haus gesehen werden, gleichzeitig entsteht aus der Wiederholung der Formen ein starkes, fast grafisches Gesamtbild. Die Häuser bzw. Wohnungen sind überwiegend an Studenten und junge rüstige Menschen vermietet oder verkauft. Die Wohnungen haben in der Regel drei Ebenen die über steile Treppen verbunden sind.
Ich finde für Fotografen sind diese Häuser besonders interessant. Je nach Standort entstehen völlig unterschiedliche Perspektiven. Mal wirken die Kuben streng geometrisch, mal spielerisch, fast surreal. Linien kippen, Flächen verschieben sich, Schatten schneiden durch die Architektur. Wer dort mit der Kamera unterwegs ist, merkt schnell: ein einziges Foto reicht nicht aus, um dieses Gesamtkunstwerk zu erfassen.
Die optischen Irritation ist fotografisch besonders reizvoll. Man schaut genauer hin. Wie stehen die Häuser zueinander? Wo ist oben, wo ist unten? Wie fallen Licht und Schatten auf die schrägen Flächen? Wie bewegen sich Menschen durch diesen ungewöhnlichen Raum?
Für mich liegt der fotografische Reiz Rotterdams in den Kontrasten: moderne Architektur, Wasserflächen, alte Hafenstrukturen, neue Stadtquartiere, lebendiges Stadtleben. Zwischen Glas, Beton, Stahl und Backstein entstehen immer wieder überraschende Bildräume. Man muss eigentlich nur mit offenen Augen durch die Stadt gehen.




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