An der Dordogne – unterwegs mit Wohnmobil, E-Bikes und Kamera
Aktualisiert: vor 6 Tagen

Manchmal beginnt eine Reise vor dem Fernseher. Bilder der Dordogne beim schauen der 8. Etappe der Tour de France hatten mich neugierig gemacht. Diese Landschaft wollte ich doch mal selbst kennenlernen. Im September waren Martina und ich dann drei Wochen mit dem Wohnmobil und unseren E-Bikes in Frankreich unterwegs. (Galerie)
Schon die Anreise bot viel zu entdecken. Nach einer wenig erholsamen Nacht auf einem Stellplatz neben einer lauten Straße fanden wir in Burgund unseren Urlaubsrhythmus. In Beaune besichtigten wir das beeindruckende Hôtel-Dieu. Am nächsten Tag radelten wir durch die Weinberge zu den Felsen von Saint-Romain. Kleine Weindörfer, grüne Hänge und weite Ausblicke – ein schöner Auftakt.
Über die Auvergne und einen Zwischenstopp am Stausee bei Bort-les-Orgues erreichten wir schließlich die Dordogne. In Beaulieu-sur-Dordogne standen wir dann direkt am Fluss. Abends saßen wir vor dem Wohnmobil und beobachteten die Fliegenfischer im Wasser. Nach den Autofahrtagen hatten wir nun Zeit, die Umgebung in Ruhe zu erkunden.
Mit den Rädern ging es durch das Tal nach Argentat. Besonders schön fanden wir die farbenfrohen Häuser am Flussufer. Dazu kamen der Markt, ein Kaffee im Bistro und ein kleines Stück Gebäck. Solche Pausen gehörten dann bald ebenso selbstverständlich zu unseren Touren wie das Aufladen der Fahrradakkus.
In Sarlat erwartete uns eine ganz andere Atmosphäre. Am Samstag füllten Marktstände und Menschen die gesamte Altstadt. Zwischen Käse, Nussgebäck und regionalen Spezialitäten fiel die Auswahl schwer. Wir kauften reichlich ein, insbesondere viel Käse, tranken einen Kaffee und zogen uns irgendwann aus dem Gedränge zurück.
Bei einem späteren Rundgang war es deutlich ruhiger. Nun konnten wir die alten Steinhäuser und verwinkelten Gassen auf uns wirken lassen. Gerade diese Wechsel machten den Ort interessant: erst das lebhafte Markttreiben, dann wieder stille Ecken und der Blick auf einzelne Gebäude. Unterwegs nutzten wir ChatGPT als digitalen Stadtführer. Wir fotografierten Häuser und ließen uns ihre Geschichte erklären.
Die Umgebung erkundeten wir meist mit den E-Bikes. Wir fuhren durch kleine Dörfer, vorbei an Nussbaumplantagen und immer wieder hinunter zum Fluss. In einem Bistro an einer Dorfkirche gab es keine Croissants mehr. Dafür backte die Bedienung frische Waffeln für uns. Während wir warteten, kamen die Einheimischen zum Mittagessen. Man begrüßte sich herzlich, blieb stehen und redete miteinander. Wir saßen einfach da und schauten zu.
Nicht jede Tour verlief so gemütlich. Auf dem Weg nach Les Eyzies an der Vézère machten uns Lastwagen und starke Hitze zu schaffen. Das geplante Museumsbesuch musste ausfallen, war geschlossen. Also blieben eine Pause am Wasser, ein kleiner Rundgang und ein Sandwich. Zurück am Campingplatz waren „unsere Akkus“ fast so leer wie die der Räder.
Besonders eindrucksvoll wurde die Landschaft rund um Beynac und Domme. Die Burg von Beynac steht hoch über dem Dorf auf einem Felsen. Bei unserer Ankunft war sie bereits geschlossen, doch schon von außen bestimmte sie das ganze Bild des Ortes.
Von Domme aus öffnete sich der Blick weit über das Dordogne-Tal. Von oben sahen wir, wie Fluss, Dörfer, Felder und bewaldete Hänge zusammengehören. Unten waren wir mitten in der Landschaft unterwegs gewesen; hier konnten wir sie als Ganzes betrachten.
Ein Höhepunkt waren die Gärten von Marqueyssac. Kunstvoll geschnittene Buchsbäume, geschwungene Wege und immer neue Ausblicke machten den Spaziergang zu einem besonderen Erlebnis. Für einen fotografischen Blick ist dieser Wechsel zwischen den Formen des Gartens und der weiten Landschaft reizvoll.
Natürlich bestand unser Urlaub auch aus ganz alltäglichen Dingen: einkaufen, kochen, Wäsche waschen und überlegen, welche Strecke wir am nächsten Tag fahren wollten. Dazu kamen kleine Missgeschicke. Das vermeintlich günstige Walnussöl vom Markt entpuppte sich später als Haselnussöl. Nun haben wir eben beides kennengelernt.
Die Rückreise führte uns über Aubigny-sur-Nère, mit seinen Fachwerkhäusern und wir entdeckten eine überraschende Verbindung zu Schottland. Wir radelten durch Wälder zu kleinen Schlössern und unternahmen einen Ausflug an die Loire. Zum Abschluss fuhren wir von Amnéville mit den Rädern nach Metz und besuchten das Centre Pompidou. Die Ausstellung begeisterte uns weniger als erhofft, der Stadtausflug war trotzdem schön.
Was bleibt von diesen drei Wochen? Vor allem die Eindrücke der unterschiedlichsten Landschaften und die vielen kleinen Beobachtungen unterwegs. Alte Häuser am Wasser, Menschen auf einem Dorfplatz, die Formen eines Gartens und die Dordogne im Abendlicht.




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