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Sahara 2026

Reisebericht in die Sahara (Südtartrat in Algerien - Region nahe der Grenze zu Libyen und Niger)


Die Sahara ist kein Badestrand. Sie fordert Trekkingreisende physisch und psychisch. Wer sich darauf gut vorbereitet einlässt, erlebt allerdings eine wunderschöne Zeit.

Man muss sich im Klaren sein, dass in dieser Wüste klimatische Bedingungen herrschen, die in unseren Breiten gänzlich fremd sind. Tageshöchsttemperaturen von Frühjahr bis Sommer von über 40° Grad, und Temperaturen, die in der Zeit von Herbst bis Winter nachts unter den Gefrierpunkt fallen können, gehören zur Normalität. Die Sonneneinstrahlung erreicht wegen der geringen Luftfeuchte Werte von über 90%. In unseren Breiten liegt dieser Wert bei gerade mal 50%. Bei Smog sogar noch darunter.

Sand und Wind gestalten die Landschaft 24 Stunden am Tag. Fußspuren können schon Minuten später ausgelöscht sein. Der Sandanteil in der gesamten Sahara liegt nur bei etwa 20%. Der Rest besteht aus Steinen und Felsformationen.

Im Tagesverlauf verändert der Stand der Sonne die Farbe des Sandes und der Felsen. In der Mittagssonne erscheint der Sand gleißend hell und in den Morgen- und Abendstunden verschiebt sich die Farbe bis ins rötliche.

Im Zusammenspiel von Licht und Schatten entstehen dabei unvergleichlich schöne Dünenlandschaften. Als Fotograf musste ich aufpassen, solch eine Tour nicht nur durch den Sucher der Kamera wahrzunehmen.

Es begeistern nicht nur die fantastischen Panoramen am Tag. Auch die Nächte, insbesondere die Neumondnächte, bieten Reisenden ganz großes Kino beim Anblick der Milchstraße mit ihren unzähligen Sternen, Galaxien und flüchtigen Kometen und Satelliten.

 

Wer abseits der Gruppe die absolute Stille schätzt, kann in dieser Landschaft, mit grenzenloser Weite, reduzierter Farbpalette, abschalten und seinen eigenen Gedanken ungestört nachgehen.

Wenn all das sich richtig anfühlt, ist es auch kein Problem, dass während des Aufenthaltes in der Wüste der Kontakt nach außen nicht möglich ist. Außerdem sind weder Stromanschlüsse noch fließendes Wasser verfügbar.

 

Körperhygiene und Nachbereitung des Toilettengangs werden mithilfe von Feuchttüchern durchgeführt. Wer wollte, konnte täglich einen Napf mit einem Liter Brauchwasser bekommen.

 

Übernachtet wurde in Einzel- bzw. Doppelzelten im Schlafsack. Eine Isomatte war für die Schonung des Rückens unentbehrlich.

 

Die Reisegruppe bestand aus 12 Teilnehmenden, einem Reiseleiter, und 8 Tuareg (Fahrer und Köche).

Der typische Reisetag begann um 07:30 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück, mit Kaffee, Tee, Weißbrot, Marmelade und Käse am gedeckten „Tisch“. Dieser bestand aus geflochtenen Matten und einer darübergelegten abwaschbaren Decke, die, möglichst plan, im Sand lagen. Die Reisegruppe kauerte auf Matten drumherum. Um 08:15 Uhr war Start zur ersten Wanderung des Tages. Dauer: ca. 3 Stunden. Um die Mittagszeit wurde das Mittagessen, meist aus Salaten und Rohkostplatten, mit Eiern und Fisch aufgepeppt, gereicht. Als Dessert, Obst. Nach der größten Mittagshitze war Start zur zweiten Wanderung des Tages. Dauer: ca. 2-3 Stunden. Das Abendessen wurde gegen 19 Uhr serviert und begann mit einer würzigen Suppe (sehr gut, wenn man den ganzen Tag über schwitzt), gefolgt vom Hauptgericht und einem Dessert.

Trinkwasser gab es zu Anfang aus Flaschen, später wurde Brunnenwasser verteilt. Zur eigenen Sicherheit sollte dies aber mit Micropur oder Ähnlichem versetzt werden. Der Magen-Darm-Trakt dankt es einem.

 

Die Tiere der Wüste waren meist nur am Vorhandensein ihrer Spuren nachzuweisen. Gesehen haben wir freiziehende Kamele, wenige Vögel, dafür Schwarzkäfer überall. Nicht zu vergessen die Fliegen, die scheinbar aus dem Nichts auftraten. Dazu musste man nur etwas Essbares hervorkramen, oder die Hosen runterlassen.Spuren gab es zu sehen von Wüstenfuchs, Wüstenspringmäusen, Eidechsen, Skorpionen, Spinnen und äußerst selten Hornviper oder Sandviper (beide nur etwa 50 cm lang und giftig, und können deshalb echt gefährlich werden).

 

Pflanzen kamen sie meist nur lokal begrenzt vor. Um den Bewuchs waren die Spuren von Insekten, Spinnen und Kleintieren besonders häufig anzutreffen. Die weiten Flächen waren pflanzenlos. Auffällig waren für mich die melonenförmigen Bitterkürbisse als Wasserreservoir, verschieden harte Grassorten, die Tamariske als Busch oder Strauch und die Sahara-Akazie mit bis zu 5 cm langen Dornen (was die Dromedare nicht davon abhält, diese dornenreiche Kost reichlich zu verputzen).

 
 
 

3 Kommentare

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Gast
09. Juli
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Sehr beeindruckend!!

👍


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Gast
02. Juli
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Hallo Roland, dein intensiver Reisebericht vermittelt das Gefühl, dabei gewesen zu sein.

👍


Gruß Michael

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Gast
30. Juni
Mit 5 von 5 Sternen bewertet.

Lieber Roland, Dein Bericht vermittelt mir sehr anschaulich, mit Deinem eigenen feinem Humor, die körperlicher Mühen, die einfache Lebensweise unterwegs aber auch zugleich die überwältigende Schönheit der Sahara

Besonders eindrucksvoll finde ich, wie sich Text und Fotografien ergänzen: Die Bilder in der Galerie zeigen mir keine bloße Reisedokumentation, sondern Deine konzentrierte fotografische Wahrnehmung von Weite, Licht, Sand, Fels und Stille. In den Dünen, den Felsformationen, den nächtlichen Himmeln und den Begegnungen mit den Menschen vor Ort wird mir deutlich, was Dich als versierter Fotograf auszeichnet: ein sicherer Blick für Form, Struktur, Farbe und Atmosphäre.

Dein Reisebericht informiert nicht nur, sondern vermittelt mir auch von Deiner besonderen Erfahrung auf der Reise, Deinem Erlebnis mit dieser Landschaft — ihrer Härte, ihrer stillen,…

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